Zweite Männer kommen unter die Räder

Mit anfangs etwas Glück, dann durchaus eindrucksvoll revanchierte sich der Tabellenführer für die Hinspielniederlage. Die Kickers, mit den rekonvaleszenten Elsasser und Sperl sowie Keeper Aurin in der Startelf, nahmen sich viel vor, wollten den designierten Aufsteiger wie beim 3:0 im Herbst etwas ärgern. Sie konnten den Favoriten auch eine halbe Minute in Schach halten – dann wurde ein Einwurf nicht weit genug geklärt und Pfennigschmidt nahm den Ball aus knapp 30 Metern direkt der, mehrmals leicht abgefälscht, flach zur Führung einschlug. Damit waren die Weichen gestellt auch wenn die Gastgeber über weite Strecken durchaus Paroli boten konnten. Da sich der Gast, erstmals in einem Spiel gegen die Kickers, spielerisch stark präsentierte, die gewohnte Robustheit, auch angesichts des Spielverlaufs, missen ließ, sah es zeitweise sogar nach einem guten Kreisklassenspiel aus. Mit kurzen Phasen von sinnlosen Gebolze mal abgesehen. Während die Kickers heute gar kein Glück hatten, gelang bei den Gästen fast alles. In der 7. Minute scheiterte Lamprecht noch am Pfosten, nach einer Viertelstunde zeigten sie, wie einfach Fußball sein kann: ein Angriff über außen, Paß in den Strafraum, Direktabnahme Voigt, Tor. Die Zweete auf der anderen Seite rannte sich mit ihren technisch starken Offensivkünstlern immer wieder in der Abwehr fest, verpaßten das rechtzeitige Abspiel oder verfehlten bei Abschlüssen das Tor klar. Zum frühen verletzungsbedingten Ausfall von Abwehrchef Hg.Schneider kamen Fehlabspiele oder Mißverständnisse im Spielaufbau, die dem Gegner in die Karten spielten, der das gnadenlos ausnutzte und bis zur Pause auf 4:0 erhöhte. In der 37. Minute scheiterte Voigt nach einem Konter noch am glänzend reagierenden Aurin, der eine Minute später machtlos war, als der SVH mit einer Kopie des zweiten Tores von der anderen Seite auf 3:0 erhöhte. Bezeichnend für das Spiel der Kickers heute war das 4:0 in der Nachspielzeit. Voigt kam unbedrängt am Sechzehner zum Abschluß, Berker klärte, köpft den Ball aber genau vor die Füße des Schützen, der direkt abzog und zum 0:4 vollendete. SVH-Keeper Kürbis mußte vor der Pause nur einmal eingreifen, als Hk.Schneider nach einem Solo aus 16 Metern abzog.

Auch nach dem Seitenwechsel zunächst das selbe Bild. Die Kickers mühten sich, brachten sich durch eigene Fehler immer wieder selbst in die Bredouille. Glück hatte weiterhin nur der SVH. In der 54. Minute, als Schiri Eichwald nicht auf Abseits entschied, Knop aus 16 Metern an der Latte scheiterte. Oder vier Minuten später, als ein Schuß von Dietrich gehalten werden konnte, Voigt den Ball aus 22 Metern direkt nahm und unhaltbar flach zum 5:0 versenkte. Damit war die Partie gelaufen, die letzten halbe Stunde boten schönsten Sommerfußball. Die Kickers mühten sich redlich, verzettelten sich aber immer wieder mit Fehlabspielen, forderten aber immerhin den SVH-Keeper noch einige Male. Melek (64., 72.) und Berker mit einem schönen Freistoß (70.) ließen Kürbis nicht umsonst anreisen. Mit den Kickers-Handschuhen konnte er seinen Kasten sauber halten, sah kurz vor Schluß gar noch das 0:6, als Voigt mit seinem vierten Tor einen Konter aus abseitsverdächtiger Position vollendete.

Letztlich mußten sich die Kickers einem starken Gast klar geschlagen geben. Ansatzweise sah es bei der Zweeten nicht schlecht aus, die Fehlerquote war aber viel zu hoch, das frühe Gegentor spielte dem Tabellenführer natürlich auch in die Karten. Der SVH zeigte eine beeindruckende, konsequente Leistung und wird so verdient aufsteigen. Während die Kickers jetzt fast vier Wochen Pause haben, am 16.06. gegen den SV Falkensee/Finkenkrug II ihr letztes Saisonspiel bestreiten werden, hat der SVH auf dem Weg nach oben noch Eintracht Falkensee II, Groß Glienicke und Dallgow II vor der Brust. Viel Erfolg wünschen die Kickers.

Kickers II: Aurin – E.Tuczek (60. Senf), Hg.Schneider (33. Melek), Hk.Schneider – Glomb, Rotzoll, Elsasser, Sperl – Berker – L.Tuczek (86. Althoff), Glapiak

Tore: 0:1 Pfennigschm idt (1.), 0:2 Voigt (14.), 0:3 Rechcygier (38.), 0:4, 0:5, 0:6 Voigt (45., 58., 76.)