Zweite Männer kämpft sich zum Sieg gegen Friesack

Topbesetzt ging es ins Spiel gegen den Tabellenzweiten aus Friesack, im Vergleich zum 6:6 in Brandenburg mußten und konnten die Trainer auf sieben Positionen umstellen, angeschlagene Spieler mal unten lassen oder Urlaub gewähren. Oldie Senf stand im Kasten, Routinier Tuczek sowie Witzschel, Kuhnke und Taubert kehrten zurück, im 2000er-Trio ersetzte der wiedergenesene Zarling Torjäger Donatz. Die Kickers waren von Beginn an wach, machten ein gutes Spiel, konnten aus der wackligen SGE-Defensive aber kein Kapital schlagen – dem letzten Ball fehlte immer wieder die Präzision. Vor allem Taubert mußte leiden: dem Rechtsaußen schickten seine Mitspieler regelmäßig mit Bällen, die nicht einmal Usain Bolt bekommen hätte. Nach einer guten halben Stunde wurde es vor den Toren ein wenig munterer. Zunächst scheiterte Senger mit einem Freistoß am SGE-Keeper, dann wurde auch Senf gefordert. Erst durch einen Aufsetzer von Lehnicker, dann von einem 30-m-Freistoß von Og. Auf der anderen Seite hatten die Gäste Glück, als der Schlußmann von einem 25-m-Schuß von Rotzoll überrascht wurde, ihn noch irgendwie an die Latte lenken konnte. Im Nachsetzen parierte er dann den Schuß von Kuhnke.
In der zweiten Hälfte nahm die Eintracht ihren Gegner endlich ernst, gingen deutlich aggressiver und körperbetonter zu werke. Die Kickers nahmen den Kampf an, sorgten aber auch immer wieder für spielerische Leckerbissen. So in der 58. Minute, als Taubert mit einem Traumpaß von Rotzoll bedient wird, sich am Sechzehner durchsetzen und unter Bedrängnis zur Führung einschießen konnte. Die SGE antwortete wütend, was sich nicht immer aufs fußballerische beschränkte. Die Partie wurde etwas hektischer, auch, weil der Schiri nicht für Ordnung sorgte. Die Kickers nahmen den Kampf an, hatten in der 63. Minute die Riesenchance auf die Vorentscheidung. Kuhnke aber fehlte der Mut, frei vor dem fast leeren Tor selber abzuschließen, legte noch einmal quer auf den überraschten Melek, der nichts mehr daraus machen konnte. Zwei Minuten später dann auf der anderen Seite die vielleicht spielentscheidende Szene. Og zog aus 20 Metern ab, Senf tauchte ab und lenkte den guten Schuß mit einer Glanzparade noch um den Pfosten. Das pushte seine Vorderleute noch einmal, vor allem die Defensive um Tuczek spielte eine bärenstarke Partie, ließ kaum etwas zu. Ein Distanzschuß von Lehnicker war die einzig nennenswerte Chance der Gäste. Auf der anderen Seite sorgten die schnellen Angreifer der Kickers immer wieder für Entlastung. Die beste Möglichkeit allerdings wurde ihnen vom Schiri gestohlen, der auf Abseits entschied, als Zander mit einem traumhaften Diagonalball freigespielt wurde. In der Nachspielzeit hätten Zander und Taubert noch erhöhen können, es blieb letztlich beim 1:0-Erfolg, den ersten Dreier gegen die Eintracht-Reserve seit 2004. Damals spielten die heutigen Abwehr-Routiniers Berker und Tuczek noch in der Landesklasse. Mit den A-Junioren.
Der Sieg war, aus Sicht der Kickers natürlich, hochverdient. Die Jungs lieferten vor der Pause ein gutes Spiel, ohne sich zu belohnen, zeigten in Halbzeit Zwei einen großen Kampf und standen sicher in der Abwehrschlacht der Schlußphase. Alle 14 eingesetzten Akteure boten eine Klassepartie, dazu gehörten mit Löchel und Senger Sen. auch die beiden Spieler, die in den sauren Apfel beißen mußten und nicht ins Spiel kommen durften. Aus der Top-Mannschaftsleistung könnte man lediglich Torwart-Oldie Senf herausheben, der in der Hitze der Schlacht die größte Ruhe ausstrahlte und seinen Kasten sauber hielt.
Vor der Länderspielpause geht es am kommenden Sonntag zu Aufsteiger Premnitz II. Ein schwer ausrechenbarer Gegner, der gegen Glienicke und in Friesack gewinnen konnte, in Bredow und bei Blau/Gelb aber Federn lassen mußte. Friesack empfängt am Feiertag Bornim II zum Verfolgerduell und am Sonntag Aufsteiger Golm II.

Kickers II: Senf – Hölzel (53. Berker), E.Tuczek, Witzschel, A.Senger – Taubert, Zarling (88. Glomb), Rotzoll, Tretschok – Melek, Kuhnke (69. Zander)
Tor: 1:0 Taubert (58./Rotzoll)