Zweete erkämpft Punkt in der Waldstadt

Unter den Augen der Turbine/Kickers-Legenden Achim Bartz und Sascha Glanz lieferte die Zweete dem Gastgeber einen großen Fight und konnte der Turbine im ersten Derby seit 15 Jahren einen Punkt abringen. Trainer Mißling mußte auf zahlreiche Spieler verzichten, u.a. fehlten Senger, Lipowski, L.Tuczek, Fröhlich, Mohr, Brandenburg und Höhne, konnte auf eine eingespielte Defensive setzen, mußte davor allerdings etwas umsortieren. So spielte Mißling Jr. neben Schneider Sen. im Zentrum, Dünow kam zu seinem Punktspieldebüt, William rückte auf außen und machte Platz für Heyring, der erneut seine Chance im Angriff bekam. Spielerisch  knüpften die Kickers nahtlos an ihre Leistung in Wittbrietzen an, es lief, trotz aller Bemühungen, in der ersten halben Stunde nicht wirklich viel zusammen. Im Gegenteil – vor allem hinten machten es sich die Jungs um Abwehrchef Tuczek schwerer als nötig. In der achten Minute konnte Senf noch einen Kopfball von Fuchs parieren, zwei Minuten später war er machtlos, als von der Heiden einen verunglückten Querpaß erlief und zum 1:0 vollendete. Die Kickers-Zweete mühte sich in der Folge, so etwas wie Fußball auf den Rasen zu bringen, Turbine zog sich zurück und setzte auf lange Bälle auf ihre schnellen Spitzen. Als Kapitän Rosenfeld nach einer halben Stunde den ersten Torschuß knapp neben das Tor setzte, war das so was wie ein Auftaktsignal. Jetzt bekam auch Vietze etwas zu tun. Erst prüfte ihn Berker aus gut 35 Metern, dann scheiterte William zweimal am Turbine-Schlußmann (36., 38.). Da stand es aber schon 2:0, denn von der Heiden nutzte eine weitere Unachtsamkeit gnadenlos aus.

Die zweite Hälfte wurde zum Abnutzungskampf – die Kickers, jetzt mit Gläser für Heyring, machten, soweit das möglich war, das Spiel, Turbine lehnte sich zurück und setzte auf Konter, hatte in der Anfangsphase auch die besseren Möglichkeiten. Nach einer guten Stunde gelang dann endlich der Anschlußtreffer, William verwandelte einen Einwurf von Zander wunderschön aus der Drehung zum 2:1. Das mobilisierte zwar noch Kräfte, man spürte aber, dass den Jungs in Blau langsam die Kräfte ausgingen – das permanente Anlaufen der betont ruhig aufbauenden Gastgeber kostete Unmengen Körner. Berker wechselte im Laufe der Halbzeit in die Defensive, tauschte mit dem eingewechselten, frischeren Köhne. Mitten in der Drangphase mußten die Kickers eine gute Viertelstunde vor Spielende einen weiteren Rückschlag hinnehmen, Gläser verließ nach einem Zweikampf angeschlagen den Platz. In Unterzahl wurde es noch schwieriger für die Gäste, die aber nicht aufgaben, vorn immer wieder anliefen, hinten die Fehler gegenseitig ausbügelten. Oder sich auf ihren Schlußmann verlassen konnten, der seine Truppe mit Glanzparaden gegen Wieland und Brandenburg im Spiel hielt. Zwei Minuten vor Spielende hatte Hg.Schneider genug gesehen, machte sich auf den Weg nach vorn, setzte Köhne in Szene, der sich schön durchsetzen konnte und den Ball an Vietze vorbei legte. Allerdings wurde die Kugel noch von der Linie (oder aus dem Tor?) gekratzt, William aber stand schon bereit und drosch den Ball zum Ausgleich ins Netz. Die letzten Minuten überstanden die Kickers gegen plötzlich munter werdende Gastgeber auf dem Zahnfleisch kriechend und sicherten sich den Punkt, bleiben weiter ungeschlagen.

Am kommenden Sonntag empfängt die Kickers-Zweete in der zweiten Pokalrunde den Kreisliga-Fünften SG Optik Rathenow/Chemie Premnitz II, eine Woche später freut sich die Zweete auf das Derby gegen Juventas Crew Alpha mit den alten Kickers-Legenden Maik Ullmann und Falko Dahms. Turbine empfängt im Kreispokal den FSV Brück und fährt dann zu Borussia Belzig II.

Kickers II: Senf – Zander, Hg.Schneider, E.Tuczek, Rosenfeld – Dünow, Mißling (52. Köhne), Hk.Schneider, William – Berker – Heying (46. Gläser)

Tore: 1:0, 2:0 von der Heiden (17., 34.)  /  2:1 William (63./Zander), 2:2 William (88./-)

Fotos: D.H.

Ball im Tor?

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