Zu Gast bei Freunden: Volleyball der Frauen des SC Potsdam

Der SC rief, der Meister kam – die stark in die Saison gestarteten Mädels aus Potsdam empfingen am Wochenende den amtierenden Meister MTV Allianz Stuttgart. Grund genug, sich einmal die Sportart anzuschauen, die scheinbar einfach ist, deren taktischen Finessen für fußballspielende Außenseiter kaum vollständig zu verstehen sind. Trotz der Hilfe eines mehrfachen Meisters in dieser Sportart.
Volleyball gehört in Potsdam zum festen Bestandteil der Szene, hat seine Fans ebenso wie Handball oder Wasserball oder Hockey. Trotz der starken Leistungen der SC-Frauen in den letzten Jahren geht die Mediepräsenz allerdings gegen Null. Sport1 überträgt die Volleyball-Bundesliga, die hiesige Presse berichtet. Aber in den Nachichten der regionalen Radio- und Fernsehsender kommt der SC so gut wie gar nicht vor – während die Ergebnisse der Berlin Volleys oder sogar Netzhoppers KW regelmäßig vermeldet werden.

Der Meister kam also. Die Stimmung war gut, spektakulär war das Auflaufszenario der Mädchen. Das Spiel begann gut, der SC übernahm zunächst die Führung. Leider hielt diese nicht lange, Stuttgart konnte die Partie Dank zahlreicher Aufschlagfehler der rotbedreßten Gastgeberinnen drehen und gab die Führung bis Ende des Satzes nicht wieder her. Für Extrastimmung sorgte Ende des ersten und Anfang des zweiten Satzes der Schiri, der einige unverständliche Entscheidungen zugunsten des Favoriten traf, zum Teil beide Teams mit unterschiedlichem Maß betrachtete. Die Interventionen von Antonia Stautz brachten (natürlich) gar nichts – da ähneln sich Volley- und Fußball: der Mann an der Pfeife ist ab und an ein Halbgott, dem zu widersprechen nur seinen Zorn nach sich zieht.
Zurück zum Geschehen auf der Platte: die noch ungeschlagenen Potsdamerinnen mühten sich, machten aber zu viele einfache Fehler, schenkte viele Punkte her. Als Zuschauer, der wenig Ahnung vom Geschehen am Netz hat, hatte man das Gefühl, daß die Mädels sich sehr früh aufgaben, nicht an die volle Leistungsgrenze gehen. Beim 3:2 des SC in Wiesbaden vor einigen Wochen, welches der Autor an der Glotze verfolgte, sah es (scheinbar) ganz anders aus – dort konnten die Potsdamerinnen einen 0:2-Satzrückstand mit einem begeisternden Spiel noch drehen. Das gelang gegen den Meister leider nicht. Stuttgart hatte die Partie im Griff, ließ nichts anbrennen und hielt die Gastgeberinnen immer auf ungefährliche Distanz, gewann am Ende deutlich. Für die Potsdamerer Mädels sollte das avisierte Halbfinale allerdings trotz dieser Niederlage kein Problem darstellen. Auf dem Weg dorthin wird der Autor mit seinem Nachwuchs sicherlich auch das eine oder andere Mal in der Halle auftauchen. Die Stimmung ist gut und im Gegensatz zum Fußball ist es warm und trocken. Für kleinere Kids empfiehlt sich ein Gehörschutz, vor allem auf den von uns belegten Plätzen gestern war es recht laut.

Die nächste Gelegenheit zum Besuch der MBS-Arena bietet sich am 20.11., dann geht es gegen Suhl. Weitere Termine sind auf der Seite des SC Potsdam zu finden.
Wir wünschen den Mädels des SC viel Erfolg, steckt das gestrige Spiel schnell weg.