Hallenmasters: Die Nummer 1 im Kreis sind wir!

Teltow. Mit einem wahren Meisterstück haben sich die 2011er-Kickers in der Chronik ihres Vereins und auch des Fußballkreises Havelland verewigt. Dass sich beide Teams des Jahrgangs im Gleichschritt für die Endrunde der Hallenkreismeisterschaften qualifizieren konnten, wurde vor einer Woche schon als Überraschungserfolg gefeiert. Im mit Spannung erwarteten Finalturnier der F-Junioren wurde nun ein noch verrückteres Kickers-Märchen draus: Mit dem souverän erspielten Kreismeistertitel der „ersten Reihe“ und dem sensationellen dritten Platz der fast ebenbürtigen „Reserve“ erwiesen sich die jungen 94er als unwiderstehliche Treppchenstürmer. Nie zuvor in den dreieinhalb Jahren des gemeinsamen Weges wurde das Mannschaftsmotto sportlich so eindrucksvoll unter Beweis gestellt: „Team11 – gemeinsam stark!“

Natürlich kommt der Meistertitel für die jungen Kickers nicht aus heiterem Himmel. Für die 11er-Youngsters, die die Freiluftsaison schon bei den E-Junioren bestreiten (E4) und mit der Empfehlung von vier gewonnenen Hallenturnieren allein im Dezember in die HBE (Hallenbestenermittlung) starteten, rechnete man sich durchaus Chancen auf die Endrunde und eine vordere Platzierung aus. Der Plan der akribischen Vorbereitung ging auf. Trotz nicht immer überzeugender Leistungen wurden Vor- und Zwischenrunde souverän gemeistert. Die Tordifferenz aus 26:1 Treffern über alle achte Quali-Spiele sollte schon ein deutlicher Fingerzeig in Richtung Finale sein.

Während der Durchmarsch von den Teamkollegen der „ersten Reihe“ fast erwartet wurde, entfachten die nominellen F1-Junioren der Kickers über die HBE-Serie eine Kämpfermoral und Leistungsstärke, die vorab wohl nicht mal von den Trainern Torsten Wanages und Daniel Müller für möglich gehalten wurde. Einem deutlichen Sieg in der Vorrundengruppe folgte in der Zwischenrunde nur eine einzige Niederlage – gleich zu Beginn gegen die eigenen Mannschaftskollegen. Anschließend gab man sich keine Blöße mehr, behielt vor allem in den „Alles oder Nichts“-Spielen die Nerven. So dominierte Blau-Weiß am 19. Januar gleich doppelt auf Falkenseer Parkett und bejubelte den gemeinsamen Einzug in die Endrunde.

Diese begann in der Gruppe A mit einer Initialzündung für die E-Boys um das Trainergespann Jens Törber und Michael Gassong. Überraschend deutlich konnte man den Titelaspiranten vom VfL Nauen mit 4:1 in die Schranken weisen. Hier siegten Spielwitz und Cleverness gegen das sehr athletische und geradlinige Spiel der Funkerstädter. Jetzt war klar: Heute ist alles möglich! Sogar ein Halbfinale gegen die eigenen Mannschaftskameraden. Die hatten sich mit minimalistischer Effizienz auf Platz zwei der Gruppe B gefightet – eine großartige Leistung in einer schweren B-Gruppe.  Um ein Haar wäre es anschließend sogar noch zur Wachablösung im teameigenen Gefüge gekommen. Wie so oft tat sich die erste Reihe schwer im direkten Duell und erreichte das ersehnte Finale nur über den gefährlichen „Umweg“ des Sechsmeterschießens. Der Applaus von den vielen mitgereisten Eltern, Großeltern und Geschwistern galt aber beiden Teams – fürs kleine und große Finale.

Beide Endspiele, die den krönenden Abschluss einer gelungenen Turnierserie mit ursprünglich 55 teilnehmenden Mannschaften bildeten, liefen wiederum erstaunlich glatt für die Kickers. Die F1 brannte darauf, nach manchem vierten Platz endlich auch einmal den Sprung in die Medaillen zu schaffen. Den sonst so blitzschnellen Jungs vom SV Falkensee-Finkenkrug steckte die Halbfinal-Niederlage gegen Nauen noch deutlich in den Köpfen und Knochen, so dass sie dem unbändigen Siegeswillen der Potsdamer nicht mehr genug entgegenzusetzen hatte. Die Partie endete mit 2:0 und einem ersten großen Jubel des lautstarken Kickers-Fanblocks.

Davon ließen sich schließlich auch die Blauen im großen Finale anstecken. Zwar merkte man den Nauener Kids den unbedingten Willen an, die Auftaktniederlage des Tages vergessen zu machen – allein: es fehlten ihnen die Mittel. Denn diesmal hatten die Kickers auch in einem wichtigen Spiel ihre Nerven und mit der reiferen und flexibleren Spielanlage auch den Gegner im Griff. Mit einem ungefährdeten 3:0 krönte die Mannschaft einen bärenstarken Siegeszug durch Vor-, Zwischen- und Endrunde. 12 Siege, ein Unentschieden (1:1 gegen Golm in der Vorrunde) und ein Torverhältnis von 44:3 Treffern sind die überzeugenden Zahlen einer verdienten Kreismeisterschaft. Dass sie mit dem dritten Platz der zweiten Vertretung einen so märchenhaften Ausgang nahm, ist in der Geschichte der Potsdamer Kickers 94 bisher einmalig.

Wissenswert

Seit der Gründung des Fußballkreises Havelland (Potsdam, Brandenburg/Havel, Potsdam-Mittelmark, Havelland) im Jahr 2014 haben die Potsdamer Kickers vier Hallenkreismeister gestellt: 2014 (C), 2017 (B), 2018 (A – alles ein Jahrgang) und nun 2020 die F-Junioren. Im Potsdamer Fußballkreis gingen zuvor acht Titel an die Kickers: 2000 (1. Männer), 2003 (C), 2004 (A und Ü40), 2006 (A), 2007 (B), 2009 (F), 2013 (F).