Schön locker bleiben am Spielfeldrand

Potsdam. Die grüne Karte bekommen „erwachsene Fans“ der Potsdamer Kickers am Samstag vor dem Pokalspiel der E3 gegen die SG Bornim III gezeigt. Die symbolische Verwarnung ist Teil der DFB-Kampagne „Fair bleiben, liebe Eltern!“, die auch auf den Sportplätzen des Fußballkreises für einen Kindersport ohne Druck und Meckerei vom Spielfeldrand werben soll. 

Wer Kinder oder Enkel regelmäßig zum Fußballplatz begleitet, wird ihnen schon begegnet sein: Den ehrgeizigen Eltern, die ihren Sprösslingen lautstark die Richtung weisen, die wütend Schiedsrichter-Entscheidungen kommentieren oder sich in hitzigen Situationen auch schon mal gegenseitig ans Schlafittchen gehen. Das Phänomen ist nicht nur aus dem Fußball bekannt – aber gerade hier widmet man sich verstärkt die Frage, wie man dem Leistungsdruck von der Seitenlinie begegnen kann. Dabei fand die Kampagne „Fair bleiben, liebe Eltern!“ des Deutschen Fußballbundes bei ihrem Auftakt im vergangenen Jahr besondere Beachtung. Es sind nämlich die Kinder selbst, die an ihre Eltern appellieren: Bleibt bitte fair, seid Vorbilder für uns!

Guido Löhst, Vorsitzender des Kreisjugendausschusses im Fußballkreis Havelland, begrüßt die Kampagne des DFB. Sie soll in den kommenden Wochen auch auf den Sportplätzen zwischen Potsdam und Brandenburg (Havel) für einen Nachwuchssport ohne Überehrgeiz sensibilisieren. „Dass Eltern ihren Kindern ermöglichen, schon in jungen Jahren regelmäßig Sport zu treiben, ist eine wichtige Grundlage für ein gesundes Leben in Bewegung. Manche vergessen aber, dass Kinder vor allem Spaß daran haben und sich ohne Druck ausprobieren wollen. Daran wollen wir mit der Fair-Play-Aktion auch in unserem Fußballkreis erinnern.“

Den Auftakt dazu wird es anlässlich der Kreispokal-Partie der E-Junioren zwischen den Potsdamer Kickers III und der SG Bornim III am Samstag (Anpfiff 9 Uhr) geben. Nach dem Einlaufen der Teams werden die 8- und 9-Jährigen Fair-Play-Karten an ihre erwachsenen Fans verteilen. Fünf einfache Spielregeln für das faire Verhalten der Zuschauer sind darauf vermerkt:

1. Danken statt Zanken
Zeige Respekt gegenüber allen Beteiligten.

2. Vergnügen statt Rügen
Stelle den Spaß in den Vordergrund.

3. Loben statt Toben
Ermutige durch positive Rückmeldungen.

4. Erlebnis statt Ergebnis
Lass das sportliche Resultat nicht über allem stehen.

5. Vorbild statt fuchsteufelswild
Sei Dir Deiner Vorbildfunktion bewusst.

Wolfgang Schaffernicht, Vorsitzender bei den Kickers im Potsdamer Norden, unterstützt die Aktion als Herzensangelegenheit. „Wir haben unglaublich viele engagierte Eltern im Verein, die selbst als Trainer, Betreuer oder Sponsoren aktiv sind. Die allermeisten unterstützen ihre Kinder positiv und wissen sich fair zu verhalten. Aber manchmal ist es schon angebracht, zu erinnern. Es geht hier um den Spaß am Sport, um die Freude im Team – und nicht um die Weltmeisterschaft!“