Zweite Männer verschenken Punkte

Zum Rückrundenauftakt in der 1.KK kam unsere Zweete trotz zahlreicher Möglichkeiten nur zu einem 3:3 bei Schlußlicht Eintracht Falkensee II. Der Gastgeber nutzte die wenigen Möglichkeiten optimal, nahm die Geschenke der Kickers dankend an, während deren Effizienz noch Winterschlaf hält.

Bereits nach 100 Sekunden hatte Kurmaz die erste Möglichkeit ; nachdem Mißling wegrutschte, scheiterte er aus 16 Metern an Senf. Keine Minute später hatten die Kickers innerhalb kürzester Zeit gleich zweimal die Chance zur Führung. Erst scheiterte T.Schneider an Schlußmann Weinert, dann wurde der Versuch von Kuhnke abgeblockt. In der 18. Minute gab es das erste Geschenk für den Gastgeber. Die Kickers-Defensive übertrieb es etwas mit dem Ballgeschiebe am eigenen Sechzehner, ein Paß von Elke verrutschte, die Eintracht ist dazwischen, der Ball gelangt zum im Abseits lauernden Uluagac – das Tor zählte trotzdem. Nur drei Minuten später machte der Kickers-Youngster seinen Fehler wieder gut. Kuhnke verlängert einen langen Freistoß von Coach Schneider, Elke lief ein und verwandelt volley. Die Gäste hatten erwartungsgemäß mehr Ballbesitz, konnten daraus aber kein Kapital schlagen. In Tornähe gingen die Ideen aus, man merkte dem Team die vier „Neuen“ (Kuhnke, Glapiak nach seiner Weltreise sowie Elke und Kurzzeitrückkehrer T.Schneider als Leihgabe von der Ersten) an – es fehlte das blinde Verständnis. Bis zur Pause gab es keine erwähnenswerte Torchance, dafür aber viele Ballverluste nach Mißverständnissen und technischen Fehlern. In der 27. Minute spielte sich die, ebenfalls verstärkte, Eintracht schön mit Direktpässen durch die Kickers-Defensive, Uluagac bleibt an Melek hängen, Bettermann verwandelt den Strafstoß sicher. Neun Minuten später ein Fehlpaß von Schneider, Kurnaz dribbelt sich von der Grundlinie durch den gesamten Strafraum in Richtung Sechzehnerlinie, gibt noch ein Schüsschen ab, bevor er kraftlos zusammenbricht. Zum Schrecken aller Kickers kullerte der Ball neben dem Pfosten ins Tor – der bis dahin nahelos beschäftigungslose Schlußmann Senf hatte sich verschätzt. Richtig stand er kurz danach, als Falkensees Zander völlig frei zum Kopfball kam, Senf aber nicht überwinden konnte. So ging es mit einer 3:1-Führung für den Tabellenletzten in die Kabinen.

In der Pause sortierten die Trainer das Team ein wenig, auf dem Platz spielte nach Wiederanpfiff zunächst nur der Gast. In der 50. kam Kuhnke über die rechte Seite, paßte in den Rückraum, wo Melek lauerte und aus 16 Metern das Lattenkreuz traf. Sechs Minuten später ein Konter, Zander zieht ab, Weinert lenkt die Kugel noch über die Latte. In der 64. Minute belohnten sich die Kickers für ihren Aufwand, als Glapiak (aus stark abseitsverdächtiger Position) bis zur Grundlinie vordrang, den Ball quer vor das Tor legte und T.Schneider nur noch einschieben mußte. Zwei Minuten später der Ausgleich, als Elke den Eintracht-Keeper mit einem Freistoß aus halbrechter Position überraschte. Kroos brauchte bei der WM mit Reuss einen Assistenten, Elke machte es aus der Position selber: 3:3. Damit war das Minimalziel erreicht, die Kickers wollten natürlich mehr, konnten den Ball aber einfach nicht mehr im Netz unterbringen. In der 72. Minute scheiterte Kuhnke an Weinert, kurz darauf drosch Melek das Spielgerät aus 16 Metern an die Lattenunterkante. Die Gäste nahmen sich jetzt eine kurze Auszeit, um in der Schlußphase noch einmal vehement auf das gegen die Eintracht obligatorische späte Siegtor zu drücken. In der 90. Minute ein Konter über den gerade eingewechselten Coach Gläser, der, statt selber abzuschließen, legte noch einmal quer auf Fehlandt, welcher die Kugel aus sechs Metern an den Pfosten hämmerte. Sechzig Sekunden später verwandelte Berker eine weite Flanke, Schiri Lösch sah aber aus 20 Metern Entfernung irgendwo eine Abseitsposition, verweigerte dem Treffer seine Anerkennung. Die letzte Möglichkeit hatte Schneider, sein Schuß aus gut 17 Metern geriet aber zu einem für Weinert ungefährlichen Rückpaß. So blieb es beim enttäuschenden 3:3, auch wenn man die Moral und den Kampfgeist nach der katastrophalen ersten Hälfte und dem 1:3-Rückstand ausdrücklich lobend erwähnen muß. Die Chancenverwertung aber läßt nicht nur dem Autor graue Haare wachsen.

Nächsten Sonntag geht es zum Derby nach Groß Glienicke. Beim Tabellennachbarn steht mit etwas größerer Personaldecke das nächste Sechs-Punkte-Spiel im Kampf gegen den Abstieg an. Die Eintracht empfängt Rot/Weiß Nennhausen, ist gegen den Topaufstiegsfavoriten krasser Außenseiter.

Kickers II: Senf – Mißling, Berker, Hk.Schneider, Elke – Zander (60. Fehlandt /V), Rotzoll, Melek, T.Schneider – Glapiak (88. Gläser), Kuhnke

Tore: 1:0 Uluagac (18.), 1:1 Elke (21./Kuhnke), 2:1 Bettermann (27./FE), 3:1 Kurnaz (38.)  /  3:2 T.Schneider (64./Glapiak), 3:3 Elke (66./-)

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