Zweite Männer verlieren mal wieder in Brandenburg

Bei schönstem Fußballwetter ging es gut gelaunt und bestens besetzt in den Westen Brandenburgs, wo man die 0:2-Schlappe aus dem Mai wettmachen wollte. Damals hieß der Gegner noch Lok/Viktoria II, nach dem Rückzug des LK-Absteigers wurde aus der Zwei eine Eins und schwupps gehört man zum Favoritenkreis der Liga.

Nach den Auftaktpleiten gegen Paaren und Groß Behnitz fing sich die Lok schnell, in den letzten vier Spielen holte die Truppe aus Görden zehn Punkte und zog an den Kickers vorbei. Von Anfang an entwickelte sich ein munteres, mitunter fahriges, unterhaltsames, gutes Spiel – nicht ganz so hochklassig, wie es der eine oder andere im Anschluß sah. Die Partie lebte (bei beiden) eher von den Unzulänglichkeiten in der Defensivarbeit, als von den beidseitig vorhandenen Offenivqualitäten. Bereits nach gut 100 Sekunden bekam Lopez-Toranzo die Chance zur Führung auf dem Silbertablett serviert, stahl sich im Rücken von Schneider davon und setzte den Ball von halblinks an den langen Pfosten. Kickers-Chef Melek machte es knapp zwei Minuten später auf der anderen Seite besser. Unterstützt von Keeper Schuffenhauer, dem der Ball durch die Hosenträger rutschte, verwandelte der Kapitän einen 28-Meter-Freistoß zur Gästeführung. Fünf Minuten danach klapperte es wieder am Gebälk des Kickers-Tores, diesmal war es Neugebauer, der einen Freistoß an die Latte köpfte. Und das Glück blieb den Kickers (vorerst) hold. In der 14.Minute versenkte Schulze einen Traumpaß im Tor, Schiri Hoffmann entschied allerdings auf Abseits. Ob diese Entscheidung einen VAR standgehalten hätte, bleibt fraglich. Mitte der Halbzeit verlagerte sich das Spiel etwas in die Brandenburger Hälfte, die Kickers gingen jetzt allerdings zu fahrlässig mit ihren Chancen um. Zunächst kloppte Coach Schneider den Ball aus Spitzenwinkel an den Außenpfosten, dann scheiterte der alte Tuczek am gut reagierenden Schuffenhauer. Allerdings sah auch da der Unparteiische irgendwo ein Abseits. In der 28.Minute war es dann endlich soweit. Ein Schußversuch von Wiese wurde zunächst abgeblockt, der Kickers-Angreifer nahm den zurückkehrenden Ball kurz hoch und drosch ihn aus knappen 20 Metern in den Winkel. Die Freude währte allerdings nur kurz: drei Minuten später setzte sich Klaasen durch, sein Zuspiel nutzte der freistehende Schulze aus 17 Metern zum Anschluß. Fünf Minuten später verlor der nach einem Foul angeschlagene Mißling den Ball, Lopez-Toranzo lupfte den Ball über Althoff, durfte aber erneut nicht jubeln, weil Altmeister Tuczek die Kugel mit Rieseneinsatz von der Linie kratzen konnte. Kurz vor der Pause kamen die Gastgeber doch noch zum verdienten Ausgleich. Die linke Kickers-Abwehrseite ließ sich überlaufen, der Querpaß durch den Fünfmeterraum fand am langen Pfosten Glatzer, der nur noch den Fuß hinhalten mußte.
Auch wenn die Kickers durch Wiese, Schuffenhauer hatte den 18-Meter-Schuß erst im Nachfassen, die erste gute Chance hatten, machte Lok da weiter, wo sie vor dem Pausenpfiff aufgehört hatten. Sie drangen auf ihr drittes Tor, konnten sich gegen die zumeist ganz gut stehende Potsdamer Defensive aber nur selten durchsetzen. Die beste Möglichkeit der Hausherren hatte Glatzer nach 52 Minuten, als er aus 20 Metern an Althoff scheiterte. Analog zur ersten Hälfte hatten die Brandenburger ihr erstes Pulver schnell verschossen, die Kickers kamen nach einer Stunde wieder besser ins Spiel, erzwangen sich Chancen, nutzten aber zu wenige. In der 64. Minute scheiterte L.Tuczek an Schuffenhauer, zwei Minuten später zögerte Zander etwas zu lang und wurde abgeblockt. In der 69. Minute zögerte Joker Fehlandt keine Sekunde, nahm einen schönen Diagonalball von Berker direkt und überraschte Schuffenhauer aus knapp 22 Meter. Wie schon nach dem 0:2 ließ auch jetzt die Antwort der Brandenburger nicht lange auf sich warten. Oldie Tuczek traf bei einem schönen, aber etwas unglücklich angesetzten Tackling sowohl Ball als auch Gegner, ohne evtl. revidierenden Videobeweis gab es Elfmeter. Den ließ sich Torjäger Schulze nicht nehmen, die SG glich erneut aus. Der Torschützenkönig der vergangenen Saison avancierte in einer munteren Schlußphase schließlich zum Matchwinner. Beide Teams wollten sich nicht mit dem Punkt zufrieden geben, jeder suchte den Erfolg auf seine Weise. Während die Kickers das Spiel machten, setzte die Lok auf den schnellen Schulze, der fünf Minuten vor Spielende dann auch die heute erste Brandenburger Führung erzielen konnte. Schneider kam nicht richtig hinter einen langen Ball, köpfte die Kugel genau in den Lauf des Lok-Angreifers. Der umkurvt dann noch Althoff und schob ein. Kurz darauf, die Kickers rannten wütend an, setzte er seine nächste Chance an die Latte. Und nachdem der eingewechselte Chefcoach aus spitzem Winkel an Schuffenhauer scheiterte, vergaben seine Jungs den folgendenEckball, Lok konterte und Schulze legte für Fahlenberg zum 5:3-Endstand auf. Am Ende siegte die cleverere Chancenverwertung um den starken Schulze gegen spielerisch gute, aber defensiv zu anfällige Kickers. Man könnte sagen, das Spiel macht Mut für die nach der Ferienpause anstehenden Spiele in Falkensee. Man könnte aber auch anmerken, daß einem „dreckige“ Siege wie der letzte Woche gegen Groß Behnitz lieber sind als Spiele wie bei Lok, wo statt Punkte nur Bienchen im Muttiheft stehen.
Jetzt sind erst einmal Ferien, bis auf die Akteure, die beim Spitzenspiel der Ersten mitwirken dürfen, können Kräfte für die anstehenden Spiel in der Falkenseer Rosenstraße gesammelt werden. Zunächst geht es am 04.11. gegen Aufsteiger Eintracht Falkensee II, eine Woche später an gleicher Stelle gegen Falkensee/Finkenkrug II. Die SG aus Brandenburg empfängt nächste Woche die Eintracht aus Falkensee und startet dann in den Spitzenspiel-Marathon gegen Hohennauen, Nennhausen und Dallgow II.

Kickers II: Althoff – Mißling (46. Zander), Hg.Schneider, E.Tuczek /V, Hk.Schneider (88. Gläser) – L.Tuczek, Berker, Rotzoll, Rosenfeld – Melek, Wiese (62. Fehlandt)
Tore: 0:1 Melek (3./-), 0:2 Wiese (29./-), 1:2 Schulze (32.), 2:2 Glatzer (43.)  /  2:3 Fehlandt (69./Berker), 3:3, 4:3 Schulze (71./FE, 85.), 5:3 Fahlenberg (92.)

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