Zweite Männer unterliegen Schlußlicht

„Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß“ – der große Fußballphilosoph Andi Brehme fasste das Spiel der Kickers trefflich zusammen. Im Gegensatz zu den beiden vorherigen Niederlagen zeigte die Zweete, auch wenn das Ergebnis etwas ganz anderes aussagt, eine ganz gute Leistung, scheiterte aber an der eigenen Abschlußschwäche, den Nerven und einem herausragenden Brandenburger Keeper.

Dabei sah es anfangs noch ganz anders aus. In den ersten Minuten präsentierte sich Sudeghi im Tor der Borussen alles andere als sicher, hatte nach fünf Minuten Glück, daß Melek den Ball nach einem mißglückten Abschlag nicht richtig traf und dem Schlußmann Gelegenheit gab, seinen Fehler selber auszubügeln. Kurz darauf war er bei einem Volleyschuß von Fehlandt machtlos – leider zählte das Tor nicht, Schiri Reer sah eine Abseitsposition. Die zu Spielbeginn noch mutig auftretenden Gäste wurden mit zunehmender Spielzeit immer weiter in die eigene Hälfte gedrückt, die Kickers vermochten es aber nicht, sich gefährlich bis vor das Tor zu spielen. Immer wieder wurden die Borussen durch Fehlpässe ins Spiel gebracht und ein solcher leitete nach einer guten Viertelstunde den Rückstand ein. Der Konter konnte nur durch ein Foul unterbunden werden, 30 Meter vor dem Tor führte Wegen aus, Althoff konnte das Geschoß nur nach vorn abprallen lassen und Jarkas reagierte am schnellsten. Jetzt begann die Zeit von Keeper Sudeghi, der das bislang sieglose Schlußlicht mit Glanztaten vor dem Ausgleich bewahrte. Erst gegen Höhne, der nach einem Freistoß von Melek zum Abschluß kam, dann gegen einen guten 20-Meter-Freistoß von Löchel und später gegen einen Distanzschuß von Taubert. Als wäre das 0:1 nicht schlimm genug, wurden die Kickers in der Nachspielzeit der ersten Hälfte noch einmal doppelt geschockt. Zunächst ein Konter, den Przewosnik zum 0:2 vollendete, eine knappe Minute später wieder ein langer Ball, Schneider und Höhne lassen Ziehm im Rücken laufen und dieser bedankt sich mit dem 0:3.
Mit wilder Entschlossenheit kamen die Kickers aus der Pause, konnten aus ihren gefühlt 80% Ballbesitz aber nichts anfangen, liefen sie sich immer wieder in der massiven Borussen-Deckung fest. Ein weiterer Schock dann nach einer guten Stunde, als Schneider nach einem Foul verletzt vom Platz mußte. Gästekeeper Sudeghi mußte erst in Minute 73 wieder eingreifen, als er gegen Fehlandt glänzte. Als Höhne in der 81. Minute nach einer Ecke den Ball irgendwie zum 1:3 über die Linie bugsierte, witterten die Kickers kurz Morgenluft. Immerhin konnten sie schon einige Spiele spät drehen. Aber bereits zwei Minuten später machte ein Abschlag von Sudeghi alles zunichte, Nasab verlängerte diesen zum 1:4. Damit war das Spiel gelaufen, die Zweete mußte die dritte Pleite in Folge hinnehmen und dürfen sich vom Ballast des „aufsteigen wollens“ verabschieden. Gerade rechtzeitig vor dem Duell gegen den bisher verlustpunktfreien Aufsteiger aus Nennhausen.

Kickers II: Althoff – Hg.Schneider (61. Wiese), Höhne, Löchel (46. Mißling) – Rosenfeld (56. Zander), Taubert, Hk.Schneider, Kreuder /V – Melek – Eckhardt, Fehlandt /V
Tore: 0:1 Jarkas (16.), 0:2 (Przewosnik (45.), 0:3 (Ziehm (45+2)  /  1:3 Höhne (81./Melek), 1:4 Nasab (83.)

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